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Il Dolce Far Niente – inmitten des Chianti Classico

von | Genuss, Kulinarik, Travel

Das Borgo San Felice Resort ist ein Ort, an dem die Zeit still steht. Zwischen alten Olivenhainen, Zypressen und dem kulturellem Erbe der Toskana.

Manche Orte erzählen ihre Geschichte ganz ohne Worte. Bei anderen ist der Name Programm. Im Borgo San Felice Resort, 20 km nordöstlich von Siena, kommt beides zusammen. Fährt man die Auffahrt zum Resort hinauf, vorbei an alten Zypressen, Olivenhainen und dieser für die Toskana so typische unendliche Weite, ist man unweigerlich so richtig felice.

Beim Einchecken hält das Glücksgefühl an – die alten Gemäuer erzählen eine Geschichte, die bis ins Jahr 714 n. Chr. zurückreicht. Die ehemalige Bäckerei des Dorfes ist heute der Rezeptionsbereich des Relais. Trotz des modernen und stilvollen Designs, ist das kulturelle Erbe in jedem Winkel zu spüren.

Das fünf Sterne Resort, das seit 1992 zur Relais & Châteaux-Gruppe gehört erstreckt sich über 685 Hektar – Weinberge, Olivenhaine, Felder und Wälder soweit das Auge reicht. Das Borgo ist das Herzstück des Anwesens und erhebt sich auf den Hügeln von Castelnuovo Berardenga umgeben von den Gipfeln und Tälern des Chianti.

Das Borgo San Felice Resort ist ein Ort an dem die Zeit still steht. Zwischen alten Olivenhainen, Zypressen und dem kulturellen Erbe der Toskana

 

Im Jahr 1700 machte die Adelsfamilie Grisaldi Del Taja aus Siena das Herrenhaus in Borgo San Felice zu ihrem Hauptwohnsitz. Giulio Grisaldi Del Taja erkannte das große Potenzial der Region, investierte in landwirtschaftliche Betriebe und gehörte zu den Gründern des Consorzio del Chianti Classico im Jahr 1924.

Bis heute tief in dieser Tradition verwurzelt und mit einem Bewusstsein für die Region und die Schönheit der Natur, entstand durch behutsame Restauration ein Ort der Erinnerung und der Besinnung auf das Ursprüngliche – das traditionell Authentische der Toskana. Originale Telefonschilder, perfekt erhaltene Hausfassaden oder die Wiederbelebung eines Ofens aus dem 19. Jahrhundert, der einst von den Dorfbewohnern des Borgo zur Brotproduktion genutzt wurde – fungieren als authentische Zeitzeugen und unterstreichen den Anspruch, das kulturelle Erbe der Region zu bewahren.

Borgo San Felice Resort, Toskana. Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.

Das Borgo San Felice Felice Resort ist nicht einfach bloß ein Ort zum Glücklichsein. Es ist ein Ort des Ankommens, des zur Ruhekommens und zu sich Findens“

 

Die insgesamt 63 Zimmer, Suiten und Villen sind über das gesamte Anwesen verteilt, separate Eingänge und schmale Gässchen schaffen das Gefühl in einem italienischen Dorf zu weilen. Dunkle Holztüren und Schlüssel, anstatt Karten versetzen in eine angenehm nostalgische Stimmung. Das Interior ist eine stillvolle Hommage an die Region.

Natürliche Elemente und Stoffe. Kunstwerke in antiquarischen Rahmen aus Florenz und die bequemsten Matratzen, auf denen ich je geschlafen habe. Den ersten Café trinke ich mit Blick aus dem Sprossenfenster auf die Weinreben und ich beginne zu verstehen, was die Italiener mit „Dolce far niente“ meinen.

Das Borgo San Felice Resort, Toskana, gehört zur Relais & Chateaux Gruppe.

Bei einem Spaziergang durch die verwinkelten Gassen, vorbei an blühenden Gärten und Innenhöfen über die Piazza – auf der ein klassischer, knallroter Fiat Cinquecento (das muss man in diesem Fall italienisch aussprechen) allen anderen die Show stielt – immer der Nase nach Richtung Frühstück. Das auf der Außenterrasse mit Blick auf den Pool umsäumt von Zypressen mindestens genauso gut schmeckt wie auf der der kleinen, verstecken Terrasse hinter dem Haus. Der Service ist zuvorkommend, höflich und unaufdringlich. 

„Mit einem Lächeln auf den Lippen beiße ich in mein Cornetto und denke: Ganz schön schön“

 

PRÄMIERTE STERNEKÜCHE MIT REGIONALEN AROMEN

Für das kulinarische Angebot ist Executive Chef Stelios Sakalis in Zusammenarbeit mit dem renommierten und viel prämierten italienischen Küchenchef Enrico Bartolini verantwortlich. Die zwei Restaurants des Resorts Poggio Rosso und Osteria Il Grigio – bieten das Beste der toskanischen Küche mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit und hochwertige, regionale Zutaten. Sie stammen teilweise aus dem eigenen Garten oder von den lokalen Märkten. 

Das Michelinstern-prämierte Restaurant Poggio Rosso,  das seit Sommer 2025 unter der Leitung von Executive Chef Stelios Sakalis, der für das Il Pievano in Gaiole in Chianti mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2022 erhielt das Poggio Rosso im San Felice Resort den Grünen Michelin-Stern – was das nachhaltige kulinarische Angebot weiter festigt. Darüber hinaus wurde das Resort mit dem begehrten Zwei-Michelin-Schlüssel ausgezeichnet.

Borgo San Felice Resort, Toskana. Das Michelin-Stern prämierte Restaurant Il Poggio Rosso. Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.

 

 

Zuvor war Juan Quintero sechs Jahre lang für das kulinarische Konzept im Borgo San Felice verantwortlich und wird nun ein neues Kapitel seiner Karriere in Rom aufschlagen. Der gebürtige Kolumbianer lies die Aromen seiner Heimat subtil in das Sterne-Menü einfließen. Die Gänge überraschen mit verschiedenen Texturen, Aggregatzuständen und sorgen für Geschmacksexplosionen am Gaumen.

Die passenden Weine stammen vom eigenen Weingut San Felice. 1978 wurde San Felice Resort von der Allianz Gruppe übernommen. Diese beschloss neben einer umfassenden Restaurierung des Borgo, auch Zeit und Ressourcen in die Innovation und Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächen des Anwesens zu investieren, das sich schließlich zu einem führenden Weinproduzenten in der renommiertesten Regionen der Toskana entwickelte.

Die Weinberge erstrecken sich über prestigeträchtige Herkunftsbezeichnungen, darunter 150 Hektar im Chianti Classico, 23 Hektar in Montalcino und 15 Hektar in Bolgheri.

 In Vino Veritas – im Vinitarium werden autochthone Rebsorten kultiviert als Hommage an die ursprünglichen toskanischen Sorten erklärt Önologin Francesca Guiggilo

 

Borgo San Felice Resort, Toskana. Zum 5-Sterne Boutique Hotel bei Siena gehört auch das Weingut San Felice.<br />
Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.

„Gerade wenn man denkt, man könnte nicht glücklicher sein während man sich die letzten Krümmel Focaccia von den Lippen leckt – ertönen Violinenklänge von der Piazza…“

Gerade wenn man denkt, man könnte nicht glücklicher sein während man sich die letzten Krümmel Focaccia von den Lippen leckt und mit einem kräftigen Schluck Pugnitello herunterspült, ertönen Violinenklänge von der Piazza. Im Sommer finden hier exklusive Konzerte in Zusammenarbeit mit der Accademia Chigiana statt, einer der renommiertesten Musikakademien Italiens. Seit 1932 werden dort international anerkannte Talente ausgebildet und einige der bekanntesten Künstler der Welt begrüßt, darunter Ottorino Respighi und Alfred Cortot.

Lange Tafeln unter der Pergola, weiße Tischdecken, klirrende Gläser und dazu die kulinarischen Highlights aus der Feder von Küchenchef Stelios Sakalis. Mehr Dolce Vita geht nicht.

Das Vinitarium, erklärt Önologin Francesca Guiggioli – die seit über 17 Jahren im Borgo arbeitet – ist ein Forschungsprojekt zur Wiederbelebung autochthoner, toskanischer Rebsorten. Die Geschichte dieser Reise wird durch die Etiketten auf den Weinflaschen sichtbar – jedes mit eigener Identität als Ausdruck und Synthese der Rebsorte, des Terroirs und des Jahrgangs.

In der beeindruckenden Enoteca können zwischen alten Chianti Fässern und der Terroir-typischen Erde des Anbaugebiets – als Sichtprobe hinter Plexiglas – exklusive Winetastings gebucht werden. Ein Erlebnis für alle Sinne.

Das Borgo San Felice Resort, Toskana, gehört zur Relais & Chateaux Gruppe. Nachhaltigkeit mit L´Orto Felice<br />

L´Orto Felice – der glückliche Garten.

Hier geht es nicht nur um landwirtschaftliche Produktion, sondern um ein Gefühl von Zugehörigkeit

 

Genährt durch all diese Eindrücke spaziert man vorbei an Olivenhainen und Weinreben zum Orto Felice – der glückliche Garten. An und für sich ist der Name hier schon Programm: Duftende Rosen, prächtige Farben. Kräuter links, Blumen rechts und geradeaus nichts als die unendliche Weite der Toskana. Die geistige Komponente macht das alles noch schöner.

Unter Einbindung der lokalen Gemeinschaft haben insbesondere jungen Menschen mit Beeinträchtigung und ältere Menschen die Möglichkeit, wertvolle landwirtschaftliche Fähigkeiten zu erlernen. Dabei geht es um mehr als die reine Produktion von Lebensmitteln – es geht um ein Gefühl von Zugehörigkeit.

MENSCH UND NATUR IM EINKLANG 

Eine zentrale Rolle spielt die Zusammenarbeit mit den Menschen und die Verbundenheit mit der Region. Das Projekt Orto Felice der Fondazione Allianz UMANA MENTE spiegelt die Philosophie des Resorts wider die Verbindung von Mensch und Natur zu stärken und Inklusion zu fördern. Und die hört bei den Tieren nicht auf. Hinter dem Garten gibt es ein kleines Gehege mit Hühnern, die fleißig die Eier für das Frühstücksbüffet legen. Ziegen und zwei Esel gibt es auch. Genaro, der ältere der beiden ist wahnsinnig zutraulich und genießt es sichtlich von den Gästen gestreichelt zu werden.

Es sind genau diese vermeintlichen Gegensätze, die das Borgo San Felice Resort so besonders machen. Und ihrer Kombination nahtlos ineinander übergehen und eine Symbiose mit der historisch gewachsenen Umgebung bilden. Die Authentische, landestypische Architektur und eine Lebensweise, die traditionelle Werte vertritt und dennoch Innovationen in einem gehobenen Ambiente vorantreibt. Überall dem schwebt immanent das kulturelle Erbe dieses historischen Fleckchens Erde im Herzen der Toskana.

Borgo San Felice Resort, Toskana. Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.

Überall schwebt immanent das kulturelle Erbe dieses historischen Fleckchens Erde im Herzen der Toskana und lässt die Zeit für einen Moment still stehen

Borgo San Felice Resort, Toskana. Das Michelin-Stern prämierte Restaurant Il Poggio Rosso. Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.
Borgo San Felice Resort, Toskana. Das Michelin-Stern prämierte Restaurant Il Poggio Rosso. Julia Heinz, Chefredakteurin communique Magazin.

VERMEINTLICHE GEGENSÄTZE IN HARMONISCHER SYMBIOSE

Mit lauwarmer Focaccia aus dem Steinofen machen wir uns auf den Weg zur Casa Marchesa, einem Steinhäuschen mitten im Weinberg, nur wenige Gehminuten vom Borgo entfernt. Die Sonne scheint zwischen ein paar Miniwolken hindurch. Am Horizont formieren sich die Zypressen zu einer Allee und verschwimmen mit den Weinreben zu einem wohligen Glücksgefühl, das nur durch das Glitzern der Sonne im Weinglas getoppt werden kann und mit dem in unseren Augen um die Wette funkelt.

Es sind all die kleinen Details, die diesen Ort so besonders machen. „Perfektion ist kein Detail“, verrät mir General Manager Danilo Guerrini beim Verabschieden. Niemand könnte das besser beurteilen als der gebürtige Toskaner, der mit seiner Philosophie und Leidenschaft seit über 10 Jahren maßgeblich dazu beiträgt, das einstige Borgo mit seiner reichen Historie aus dem Mittelalter in einen erstklassigen Ort zum Glücklichsein zu verwandeln.

Manche Orte brauchen tatsächlich keine Worte, um ihre Geschichte zu erzählen. Man muss sie spüren. Und im Borgo San Felice Resort ist der Name definitiv Programm. Ankommen. Runterkommen. Glücklich sein. Il dolce far niente genießen.

Borgo San Felice Resort, Toskana, gehört zur Relais & Chateaux Gruppe. Sonnenuntergang mit Blick auf die Zypressen am Michelin-Stern prämierten Restaurant Il Poggio Rosso.

„Das Borgo San Felice Felice Resort ist nicht einfach bloß ein Ort.
Es ist ein Lebensgefühl zwischen dem kulturellen Erbe der Region und den schönsten Sonnenuntergängen hinter der endlosen Weite der Toskana“ 

 

 

 

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Borgo San Felice Resort

Località San Felice

53019, Castelnuovo Berardenga (Siena)

 

Bildnachweis: ©Borgo San Felice Resort. Julia Heinz

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