Heimat ist ja mehr ein Gefühl als ein Ort. Aber wenn es einen Ort gibt, der aus jeder Pore nach Heimat schmeckt, dann ist das für mich Baden. Dort, wo die steilen Westhänge des Schwarzwalds ins Rheintal übergehen und von wo aus man einen atemberaubenden Blick bis zu den Vogesen hat – wenn das Wetter gut ist. Was es meistens ist, denn nicht umsonst wird die Region die Toskana Deutschlands genannt.
„Was nach der Lese im Keller ankommt, unterscheidet sich ganz natürlich von Jahr zu Jahr“, Matthias Wolf
Das massive Grundgestein des Schwarzwalds, welches hauptsächlich aus Granit besteht, prägt die Weine der Ortenau bis heute. Klar, mineralisch und finessenreich. Durch die Steillagen bekommen die Trauben ordentlich Sonne ab, gleichzeitig kühlt der Schwarzwald – eine seltene Kombination aus der hervorragende Wein entstehen.
Die Furore Collection ist eine herausragende Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Syrah und Spätburgunder – jede Traube spielt ihre Qualitäten aus, doch erst zusammen machen sie so richtig Furore
„Was nach der Lese im Keller ankommt, unterscheidet sich ganz natürlich von Jahr zu Jahr“, erklärt mir Matthias Wolf, der das Weingut Schloss Ortenberg leitet. Aber immer gilt es, das Potenzial der Trauben zu erkennen, Ideen zu entwickeln und den Wein so zu vinifizieren, dass er in Qualität und Stilistik unseren Ansprüchen genügt. Und die sind hoch. Der waschechte Ortenauer studierte Weinbetriebswirtschaft und arbeitete in Südafrika, Neuseeland und kehrte dennoch zurück in die Heimat. Home is where the Granitboden is.
Der Granitboden in der Ortenau schafft optimale Bedingungen für den Riesling: Granit ist verwitterungsfähig und bieten den langen Wurzeln der alten Reben Halt – diese tiefe Verankerung sorgt für die feine Mineralik im Wein. Im Vergleich zu lehmigen Böden, bringt Granit besonders präzise, geradlinige und finessenreiche Weine mit komplexen Aromen hervor.
Das Weingut Schloss Ortenberg kann auf eine über 600jährige Geschichte zurückblicken. Weinhandwerk ist Kulturarbeit, sagt Matthias Wolf. Die Weitergabe von Werten. Und von Wissen. Über den Ort, die Reben, die Beschaffenheit der Böden. Der Name Andreasberg aus dem heute die Spitzenwein hervorgehen, geht auf das Hospitalweingut St. Andreas im Jahr 1407 zurück.
Als Geschäftsführer des Weinguts ist es Matthias Wolf wichtig, Qualität und traditionelle Werte nicht nur zu bewahren, sondern auch mit Neuem zu verknüpfen. Das heißt, sich auch mal von geliebten Rebsorten zu verabschieden und neue anzubauen – auch wenn das zunächst Zeit und Mühe kostet. „Enkelberg“ nennt Eigentümer Thomas H. Althoff diese zukunftsorientierte Ausrichtung. Der Gründer und Inhaber der Althoff Hotels hatte sich über 20 Jahre nach dem passenden Weingut umgesehen – und es mit dem Weingut Schloss Ortenberg gefunden. Begeistert haben ihn direkt drei Dinge: Die Lage (klar!), das Team und das Potenzial.
„Weinhandwerk ist Kulturarbeit. Die Weitergabe von Werten und Wissen. Über den Ort, die Reben und die Beschaffenheit der Böden“
Seit jeher ist der Mensch das entscheidende Element des Weinanbaus – und genau die stehen, neben den Trauben, im Mittelpunkt. Es geht um das Gespür für den richtigen Zeitpunkt der Lese, Respekt und Geduld gegenüber der Natur und die Begeisterung für Kompositionen, die den Weinen ihren unverkennbaren Charakter verleihen.
Matthias Wolf ist Geschäftsführer des Weinguts Schloss Ortenberg – er studierte Weinbetriebswirtschaft und arbeitete in Südafrika und Neuseeland, bevor er wieder in seine Heimat zurückkehrte
Die Monopollage St. Andreasberg bringt erstklassige und ausdrucksstarke Weine hervor – bewusste Ertragsreduktion und Konzentration auf Riesling und Burgundersorten.
Mit dem St. Andreas Grauburgunder GG aus der Steingrube hat mich bereits Sommeliére Marie Christin Baunach verführt – ein kräftiger Burgunder mit Anklängen von reifen Äpfeln, krautigen Gewürznoten und gut eingebundener Säure. Im Tonneaux-Fass ausgebaut und mit perfekten Holznoten nuanciert. Cremig und langanhaltend. I like. Der Chardonnay und der Weißburgunder aus Monopollage Andreasberg sind aber mindestens genauso gut.
Überraschend frisch ist der Sauvignon Blanc et Gris – eine außergewöhnlichen Cuvée aus weißem und grauem Sauvignon. Fruchtige Maracuja, leichte Säure von Stachelbeeren und würzige Kräuter ummantelt von samtigem Schmelz.
In der Vinothek gibt es nicht nur einen fantastischen Blick auf die Weinberge, sondern es darf auch tief in den Weinkeller geschaut werden – und natürlich der ein oder andere Tropfen verkostet werden.
In dieser besonderen Cuvée aus grauem und weißem Sauvignon tummeln sich Stachelbeere und Maracuja in einem eindrucksvollen Körper mit würzigen Kräutern
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Weingut Schloss Ortenberg
Am Stankt Andreas 1
77799 Ortenberg
Bildnachweis: Porträt Matthias Wolf ©Weingut Schloss Ortenberg. Rest Julia Heinz
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