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Werte neu denken

von | Branding, New Work, Strategie

Der Abschied von binären Entscheidungen.

Best practice und one fits all Modelle haben ausgedient. Es gibt eben nicht nur schwarz oder weiß, sondern bunt ist eine vielversprechende Option, die nicht nur im Sinne der Diversity-Debatte sehr zu begrüßen ist. Die Pandemie hat uns nochmals deutlich vor Augen geführt, dass man eben nicht alles genau planen kann und Dinge oft unverhofft passieren – da nützt dann auch die beste Prognose nichts, sondern vor allem die Fähigkeit, wie schnell ich mich an veränderte Gegebenheiten anpassen kann.

Die Dynamik des Wandels entfacht aber auch enorme Kräfte, die es klug zu nutzen gilt. Wir müssen deshalb Kompetenzen, Führung und das Verhältnis zu Konsument:innen neu denken, ohne das Bewusstsein für unsere Werte zu verlieren. Denn der Wandel macht auch vor Kosument:innen nicht Halt: Sie sind kritischer geworden, hinterfragen mehr und haben ein anderes Bewusstsein entwickelt. Es geht nicht mehr darum, was für ein Produkt ich kaufe, sondern für welches Produkt ich mich in der Vielzahl an Möglichkeiten ganz bewusst entscheide. Unternehmen, die eine klare Botschaft haben und dies durch ihre Marke nach außen kommunizieren, können so nicht nur eine klare Position einnehmen, sondern auch viel tiefgründiger mit ihren Kund:innen in Verbindung treten. Diese Verbindung ist nämlich keine einseitige, bei der es um das bloße Verkaufen geht, sondern vielmehr eine wechselseitige Bindung, bei der im Idealfall beide Parteien profitieren.

Kundenerlebnisse zu schaffen, ist nicht neu, muss aber eben auch aktiv angegangen werden. Das heißt, regelmäßig Werte liefern – nicht nur als „Mehr-Wert“ für den Kunden, der ja immer auch mit einer Verkaufsintention konnotiert ist, sondern vor allem sich als Unternehmen in seiner Position und Wirkung stetig zu hinterfragen. Die Marke dient hierbei nur als Erweiterung und Sichtbarmachung der unternehmensinternen, gelebten Werte. In unsicheren Zeiten und fehlender Planbarkeit, ist es daher umso wichtiger sich auf diese inhärenten Werte zu konzentrieren. Denn Werte sind es, die Bewusstsein schaffen und so als Anker dienen – das hat zum einen mit dem Identifikationspotenzial zu tun, aber auch mit der sinnstiftenden Komponente. Wir alle wollen bewusst sein und frei entscheiden. Vor dem Hintergrund der sich permanent verändernden Welt wird mentale Agilität in vielerlei Hinsicht zur Kernkompetenz. Lineares Denken und lineares Management sind in einer dynamischen, volatilen Welt eher Problem als Lösung. 

„Lineares Denken & lineares Management sind in einer dynamischen, volatilen Welt eher Problem als Lösung.“

Doch gerade diese Volatilität ist ein enormer Katalysator für Veränderungen. Das kann das eigene, persönliche Wertesystem, aber auch das von Unternehmen schon einmal gehörig auf die Probe stellen. Entscheidungen werden komplexer und erfordern neben Bewusstheit auch Mut und vor allem Fehlerfreudigkeit. Angesichts dieser Multikomplexität müssen wir uns von binären Entscheidungen verabschieden. Gerade gewachsene Unternehmen stellt dies oftmals vor eine Herausforderung, wenn jahrzehntelange Erfahrungsschätze und best practices plötzlich obsolet werden. Doch anstatt vor lauter Angst vor dem Neuen in alten Strukturen zu verharren, gilt es einen Schritt aus der Komfortzone zu wagen, gewohnte Verhaltensmuster an den Nagel zu hängen und neue zu etablieren, um auch in Zukunft erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dass Anpassungsfähigkeit an die sich stetig verändernde Welt eine Kernkompetenz ist, wusste schon Charles Darwin.

Er nennt dies „Survival of the Fittest“ und meint damit, dass „der am besten Angepasste überlebt“ und nicht etwa „der Stärkste“.

That´s the spirit!